Employer-Branding

Der Begriff des „Fachkräftemangel“ wird auch im kommenden Jahrzehnt erhalten bleiben. Täglich liegen Berechnungen vor, die Rückschlüsse auf die in der Zukunft verfügbaren Steuereinnahmen ermöglichen. Aufgrund der Geburtenzahlen lassen Berechnungen dieser Art auch genaue Schätzungen über die zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte zu. Weiterhin geben Studien und Analysen von Ausbildungsberufen und Studiengängen genaue Mittelfristerwartungen preis. Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, stehen hochindustrialisierten Ländern wie Deutschland im Wettbewerb nur wenige wirkungsvolle Instrumente zur Verfügung.

Neben der Gewinnung und Ausbildung von älteren Mitarbeitern, der Öffnung gegenüber Frauen und der gezielten Integration von Einwanderern werden auch in der Zukunft vor allem junge und qualifizierte Fachkräfte die Zielgruppe mittelständischer und großer Unternehmen bleiben. Employer-Branding als Klammer für das Personalmarketing ist deshalb sehr wichtig, um Studienabgänger, aber auch berufserfahrene Fachkräfte zu motivieren und zu gewinnen.

Was ist Employer-Branding

Je nach Fachbereich wird das Employer-Branding auf unterschiedliche Art und Weise definiert. Im Wettbewerb ist das Personalmarketing beispeilsweise gemäß der Wortbestandteile „Personal“ und „Marketing“ nur ein kurzfristiges, operatives Mittel, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Das Personalmarketing beschreibt die Aufgaben der Personalbeschaffung.

Weiterhin kann Personalmarketing auch Instrumente der Personalwerbung und der Personalentwicklung umfassen – Maßnahmen also, die geeignet sind, bereits beschäftigte Mitarbeiter und für das Unternehmen tätige Personen zu motivieren, zu entwickeln und langfristig an das Unternehmen zu binden. Personalmarketing erhält dadurch den Charakter eines Marketing-Instruments im Bereich der Corporate Identity und wirkt somit auch nach innen.

Eine heute zunehmend moderne Bedeutung erhielt  das Personalmarketing im Rahmen der umfassenden und strategischen Betrachtung – als Employer-Branding. Bis in das Top-Management des Unternehmens werden heute  Handlungsweisen definiert, die sich weit über den HR-Bereich und die HR-Strategie hinaus erstrecken.

Abgeleitet aus den strategischen Zielen der Unternehmensleitung und den Corporate Design Vorgaben des Marketings werden alle Seiten in die Betrachtung mit eingeschlossen, um das Unternehmen auch langfristig mit der notwendigen Anzahl junger und erfahrener Fachkräfte auszustatten.

Rolle des Employer-Branding

„Employer-Branding“ ist die Grundlage und das Herzstück des Personalmarketings. Ein positive Image führt dazu, dass ein Unternehmens als Arbeitgeber geschätzt wird, von bereits angestellten als auch von möglichen Mitarbeitern. Wie oben bereits beschrieben, definiert das Employer Branding eine auf dem Corporate Identity des Unternehmen basierende, vollumfassende Verhaltensregel gegenüber heutigen und zukünftigen Mitarbeitern mit dem Ziel, das Unternehmen glaubwürdiger und attraktiv darzustellen.

Bis heute verfügt nur die Hälfte der zumeist mittelständischen Unternehmen über einen klar definierten „Employer Brand“.

Wie das Personalmarketing hat auch das Employer Branding das Ziel, das Unternehmen zum gefragten und beliebten Arbeitgeber zu machen. Während das Personalmarketing dies mit kurzfristigen, operativen Mitteln (Stellenanzeigen) aufzubauen sucht, entwickelt das Employer Branding einen neuen Geist, der von allen Mitarbeitern und über alle Kommunikationswege des Unternehmens getragen wird und sich nicht mehr nur auf die Verantwortung des HR-Bereichs beschränkt.

Das Employer-Branding übernimmt einen Teil der Corporate Identity und wirkt somit langfristig und übergeordnet. Neu ist die Bedeutung insofern, da vor allem bereits beschäftigte Mitarbeiter zum wirkungsvollsten Instrument des kurzfristige Personalmarketings werden – indem Sie begeistert über den Arbeitgeber, seine attraktiven Angebote und die mitarbeiterorientierte Strategie berichten und deshalb auch zunehmend weniger anfällig auf neue Jobangebote reagieren.

Personalmarketing ist ein Instrument der operativen Personalbeschaffung und Teil des Employer Brandings. Der immer stärkere Wettlauf um die knapper werdende Ressource qualifizierter Mitarbeiter führt dazu, dass alle erfolgsorientierten Unternehmen ein positives und klar definiertes Arbeitgeberprofil entwickeln müssen – ob regional tätiger Mittelstand oder globaler Konzern.

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