Sinn und Unsinn der Frauenquote aus Sicht einer Personalberaterin

Katja Westrich

Das Thema Frauenquote ist mir mehr und mehr ein Rätsel.

Wie viele von den hochqualifizierten Frauen in Deutschland wollen denn überhaupt in eine Führungsposition oder haben grundsätzlich die Ambition sich weiter zu entwickeln und Karriere zu machen? Aus meiner eigenen Erfahrung in der Direktansprache muss ich leider feststellen, dass die meisten Frauen weder Interesse an einem Austausch noch an einem konkreten Angebot haben … meist wollen sie noch nicht mal wissen, worum es überhaupt geht. Sind es moralische/loyale Gründe dem Arbeitgeber gegenüber? Ist mehr Geld oder mehr Verantwortung nicht relevant im Berufsleben einer Frau? Oder ist es die Sorge, den Ansprüchen (welchen auch immer) eh nicht gerecht werden zu können? Oder warum stehen wir Frauen uns häufig selbst im Weg, wenn es um das Werben um bessere Positionen geht?

Ganz anders die Männer in den gleichen Funktionen, denen ich dasselbe Angebot unterbreiten möchte. Hier werden sogleich Gesprächstermine vereinbart und Gretchenfragen gestellt. Dass ein Mann auflegt, ohne wenigstens erfahren zu wollen, worum es konkret geht, passiert so gut wie nie. Im Verhältnis kommen dadurch auf 100 interessierte Männer max. 2 bis 3 Frauen.

Fazit: Wenn ich keine Frau finde, die sich für die angebotene Position interessiert, kann ich auch keine Frau für die Stelle vorschlagen, kann die Stelle also nicht mit einer Frau besetzt werden. Wozu dann eine Quote? Um den Unternehmen das Leben schwer zu machen, weil sie dank der Quote eine Frau für eine Aufgabe finden müssen, für die sich offensichtlich keine Frau interessiert? Und wenn dann doch mal eine möchte -Qualifikation hin oder her-, dann brauch sie nur mit dem Finger zu schnippen und 100 Männer gucken in die Röhre?

Liebe Frauen! Hört einfach mal hin, wenn ein Headhunter anruft, überlegt euch eure Gretchenfragen, wie z.B. Standort des Unternehmens und haltet Augen und Ohren offen. Ich würde mich freuen, in Zukunft mehr Frauen für tolle Positionen vorschlagen zu können!

Herzlich,

Eure K. Schiffmann

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