Mehr Frauen werden die Gesellschaft besser machen

Peter L.

Provozierendes zum Thema Frauenquote, Quotenfrauen, Frauenanteil:

Machen wir uns nichts vor, Frauen sind sachbezogener in ihren Entscheidungen und weniger Status-orientiert. Während bei Männern immer auch Stück Selbstdarstellung mitschwingt – sich durchsetzen wollen, Einfluss nehmen, beurteilen Frauen vieles sehr viel sachlicher, noch. Gelingt es, mehr Frauen durch eine angepasste Familienpolitik mehr Freiheiten und damit Möglichkeiten zu schaffen, sich beruflich zu verwirklichen, wird es durch den bevorstehenden Fachkräftemangel automatisch zu einer höheren Frauenquote kommen.

Seit der Jahrtausendwende werden wir immer häufiger gebeten, in Bewerberrunden doch bitte mehr Frauen vorzustellen. Nicht nur in Aufsichtsrats- oder Beiratsfunktionen sind Frauen unterrepräsentiert, auch in Geschäftsleitungspositionen findet man Frauen selten. Das Potential an Bewerbern ist deshalb naturgemäß sehr klein. Zudem achten Top-Managerinnen, die sich bereits in einer oder mehreren Kontrollgremien befinden darauf, jede weitere Aufgabe mit dem privaten Umfeld in Einklang bringen zu können. Speziell für Aufsichtsratsfunktionen kommen aus unserer Sicht deshalb vor allem auch Frauen in Frage, die in leitenden Funktionen im Controlling, Recht, HR oder in Unternehmensberatungen über viele Jahre erfolgreich waren. In den naturwissenschaftlichen Berufsfeldern jedoch sind geeignete und akzeptierte weibliche Führungskräfte sehr schwer zu finden und zu motivieren. Gerade hier jedoch wird Nachwuchs dringend gebraucht, und nicht nur in Beirats- und Leitungsfunktionen. Gelingt es, mehr Frauen für technische bzw. naturwissenschaftliche Studiengänge zu interessieren, wird sich der Prozentsatz der Frauen automatisch erhöhen – ganz ohne Quote.

Steigert die Quote den Anteil der Frauen deutlich, wird die Gesellschaft und die Frauen unter sich jedoch eine neue Erfahrung machen müssen. So lange starke, kompetente Frauen Männer führen, so lange funktionieren Organisationen gut. Auch in kreativen Fachgebieten oder bei selbstständigen Aufgaben (Werbung, Erziehung, Lehramt und Beamtentum, Verlage/Journalismus, Medizin, Psychologie, Gesundheit, usw.) klappt die Zusammenarbeit unter Frauen zumeist sehr gut. In Industrieunternehmen aber verfallen Frauen zunehmend häufig in ähnliche Verhaltensmuster wie ihre männlichen Kollegen – dann nämlich, wenn mehr Frauen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten (müssen). Die höhere Anzahl ehrgeiziger, engagierter Frauen in Diskussionsrunden und Meetings wird zeigen müssen, ob der notwendige Konsens zeitnah gefunden werden kann. Denn auch Frauen versuchen manchmal mit allen Mitteln, sich durchzusetzen, ganz besonders gegenüber dem eigenen Geschlecht. Selbstbewusste, kompetente und jüngere Frauen sind weniger bereit, Entscheidungen und Aufforderungen zu akzeptieren – sogar, wenn diese demokratisch bereits als gut befunden wurden.

Insgesamt wären Frauen speziell in inhabergeführten und Familienunternehmen eine Bereicherung. Ihre zumeist pragmatischere Herangehensweise, häufig auf Konsens, die Mitarbeiter und eine langfristig orientierte Unternehmensentwicklung ausgerichtete Denkweise, könnte zu einer besseren Ausgewogenheit der Entscheidungen und damit zu zufriedeneren Mitarbeitern und einer weniger kurzfristigen Gewinnorientierung führen. Wird fortgesetzt 😉

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