Gesucht: Wollmilchsau, eierlegend, dukatenscheißend!

Katja Westrich

HSH+S, 12.16: Es ist frustrierend. Wenn man sich die Blogs und Pressebeiträge der letzten 2 Jahre zum Thema Personalberatung und Vermittlung durchliest, geht es doch eigentlich (fast) immer um die gleichen (und dazu habe ich tatsächlich eine spezielle Meinung: ) ausgelutschten Themen, die ich an dieser Stelle gerne einmal unter der Rubrik „Was bewegt die Branche“ auflisten möchte. Da geht es nämlich in 90% aller Artikel um die folgenden Themen:

  • Der (schlechte) Ruf und die fehlende Transparenz der Branche
  • Unterschiede zwischen Vermittler und Berater
  • Kompetenz und Professionalität der Personalberater
  • Kontaktaufnahme zum Headhunter und umgekehrt
  • Honorarmodelle
  • Social Recruiting / Online Marketing im Vergleich zur klassischen Personalsuche
  • Arroganz, schlechtes Management und überzogene Ansprüche der Unternehmen

Meine lieben Leute, sind das wirklich die Themen die uns bewegen? Denn am Ende eines jeden Artikels steht fast immer der Vergleich – und gerade unsere Arbeit ist letztlich doch so individuell, dass jede Form der Beratung und Vermittlung seine Berechtigung hat. Vielleicht sollten wir uns zukünftig öffentlichkeitswirksam etwas mehr mit den Inhalten als mit den Rahmenbedingungen der Personalsuche befassen? Und dabei könnte man dann auch mal die Vorzüge unseres Berufs in den Mittelpunkt stellen, denn davon gibt es viele. Ich persönlich mache meine Arbeit gerne, mit Leidenschaft. Ich lerne aus meinen Fehlern und auch aus den Fehlern anderer, die man als Berater häufig mit einkalkulieren muss, und ich freue mich jeden Tag auf die Begegnung mit neuen Menschen. Und darüber schreibe ich dann beim nächsten Mal. 🙂

In diesem Sinne: Eine schöne Weihnachtszeit! Auf ein spannendes und erfolgreiches 2017!

PS:

Unterhaltsam fand ich übrigens beim Stöbern einen Artikel aus der Wirtschaftswoche, der die 100 angeblich einflussreichsten Headhunter Deutschlands listen soll. Wer die Namen auf die Liste gebracht hat, ist allerdings ein wenig schwammig und beim näheren Hinsehen fallen mir persönlich auch gleich mind. zwei Personen ins Auge von denen ich sagen würde: Vermittler – keine Berater. Der Artikel selbst beschreibt die Szenerie wie folgt:

>>Wie stark sich die Headhunterszene derzeit im Umbruch befindet, zeigt ein Vergleich mit der letzten Branchenerhebung der WirtschaftsWoche vor rund vier Jahren: Knapp ein Drittel der 2010 von den eigenen Wettbewerbern noch als besonders bedeutsam klassifizierten Personalberatern tauchen nicht mehr auf.<<

Und jetzt mal ganz ehrlich … Würde es Sie wundern, wenn in 4 Jahren auch wieder ein Drittel der Namen nicht mehr auftauchen? Also mich nicht.

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