Das Ende der Volkspartei CDU

Alex R.

9.2.18: Eigentlich äußere ich mich ja sehr ungern zu politischen Themen, aber mehr Krimi geht nicht. Die vergangenen Wochen waren auch für einen Headhunter aus strategischen Gesichtspunkten sehr interessant: zunächst die Jamaika-Verhandlungen, die Absage der FDP, die neue GroKo, das Triumvirat Merkel, Schulz und Seehofer, das erneut taktisch geschickte Abwarten von Sigmar Gabriel, der heute überraschende Verzicht von Martin Schulz auf das Ministeramt und die noch bevorstehende Abstimmung der SPD Basis. Wären die vergangenen vier Jahre und die noch bevorstehenden Auswirkungen nicht ein Desaster für Deutschland, es wäre Stoff für einen Kinofilm.

Es begann mit der dritten Legislaturperiode von Angela Merkel. Übermüdet, lustlos und ohne Vision aber noch immer sehr machtbewusst und strategisch klug hatte sie seit dieser Zeit nur ein einziges Mal eine klare, eigene Meinung. Mit „Wir schaffen das“ überforderte sie nicht nur ihre eigene Partei, sondern gleich ein ganzes Land. Beharrlich (oder auch stur) setzte sie sich über alle Kritiker, Gelöbnisse und Grenzen hinweg auch gegen ihre europäischen Nachbarn durch, isolierte Deutschland und war doch unangefochten unersetzbar für schwache Kollegen und andere Parteien. Sie sammelte um sich geschickt nur Peter Altmeier, vergab wichtiger Ämter nur an loyale Mitstreiter und rettete sich so über die 3. Legislaturperiode.

Zuletzt sogar von dem in der CSU geschwächten Seehofer ermuntert, war sie dann als Kanzlerin alternativlos und trotz deutlicher Abstrafung mit hohen Verlusten durch die Wähler und dem immer lauter werdenden Rumoren in der CDU hält sie bis heute an der Macht fest.

Frau Merkel, bitte haben Sie ein Einsehen mit unzähligen seriösen Pressemedien, Wirtschaftsführern und vor allem, Ihrer Partei. Treten Sie zurück, wie es heute ihr Kollege Schulz getan hat. Alle Achtung, ich habe größten Respekt vor seiner Leistung im letzten halben Jahr und dem Versuch, die SPD wieder zu neuer Größe zu führen. Leider kannte er da Angela Merkel noch schlecht – im Gegensatz zur „alten“ SPD Führung. Vor den Karren der SPD gespannt, hat Martin Schulz nun geschafft, den Altoberen seiner Partei eine einmalige Chance zu verschaffen:

Wenn Olaf Scholz das Finanzministerium und Sigmar Gabriel das Außenministerium gut lenken, die Grünen noch mehr Realpolitik machen, dann könnte dies der Todesstoß für die CDU sein. Ich zweifle nicht, dass die SPD Basis bei dieser Macht (Ministerämter) und den aktuellen Wahlprognosen der GroKo zustimmen wird. Und wenn selbst Wolfgang Grupp heute öffentlich erklärt, die CDU nicht mehr wählen zu können, wer überhaupt braucht dann in Zukunft noch die CDU (ähh, eine zweite SPD) – dann doch lieber das Original. Danke Angela Merkel.

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